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Tagebuchauszug - Alltag der Gauchos
Das weißgekalkte Herrenhaus ist das Prunkstück dieser Estancia, der Baron weilt in Buenos Aires.
Früh morgens beginnt ihr Tag, sie verkörpern noch den klassischen Gaucho . Die typische Bekleidung. Hut, dessen Krempe vom Wind nach oben gebogen ist, die flatterigen Pumphosen, der Facon, der Dolch mit Silberknauf, der breite farbige Stoffgürtel und die Botas de potro ihre Fußbekleidung. Sie waren längst gezähmt. Erst vernichteten die Gauchos die Indianer, um die Pampa zu erobern. Dann beendeten die Viehbarone die Freiheit der nomadisierenden Gauchos, den erst der Stacheldraht, mit dem sie das Land durchzäunten, machte Argentinien reich, wandelte die Viehzucht vom Abenteuer zum Wirtschaftszweig.
Im Inneren der Behausung sind zu den Wänden hin niedere Steinmauern aufgeschichtet. Lopez rollt mit einer Flasche den Hefeteig aus, bald duftet es nach frischen Papa tortas. Das Schlafgemach ist einfach. Handgefertigte Lassos und Boleadoras zieren es.
Selbstverständlich und ohne Scheu nehmen wir die Einladung zum Essen an. Unsere Pferde finden Platz in einer riesigen Koppel. Die Vorderfüße mit Manderas gebunden. Ein Windrad dreht unaufhörlich und pumpt Wasser ins Auffangbecken. Hinter den dicken Steinmauern werden im warmen Inneren Schachfiguren bewegt. Auch ein weibliches Geschlecht ist anzutreffen, Eine kalte Morgenbrise rauscht in den Pappeln. Ein Dutzend Pferde, die Mähne noch ungeschoren, traben unruhig in der Koppel.. Die robust gebaute Frau war, wie jeden Tag ,sauber gekleidet. Ihr Haar kohlrabenschwarz, nass gescheitelt, sie lachte nie, schrie nie. Seltsam und distanziert. |