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Ein Portrait
Dein Leben zuhause, Zuhause? Warum? Die Weite
liefert dir einen neuen Maßstab. Das Alltägliche wird Miniatur.
Man zählt nicht, sagt die Natur.
Trotzdem ein paar Wörter zu meiner nicht
wichtigen Person:
Eigentlich hatte ich großes Glück,
beide Elternteile stammen vom Mühlviertel. Keine Bergsteiger oder
vielleicht Trendsportler, Eltern mit Naturverbundenheit und Gott sei Dank
ausgestattet mit Sinn für Familie.
So
durfte ich unzählige Wochenenden am bäuerlichem Hof meiner Großeltern
zubringen. Schon im frühem Kindesalter erhörte ich mein Verlangen
nach der Natur, den Drang nach dem Draußen zu sein, war es beim
Schwarzfischen oder etwa beim Spielen im Wald. Lieber als in der Schule
verbrachte ich die Zeit entlang der Traun-Auen.
4 Jahre erlernte ich den Beruf zum Koch-Kellner.
Anstatt in den Tanzschuppen rumzuhängen sammelte ich jeden Groschen,
um mir mein erstes Zelt zu kaufen. Bereits in den Lehrjahren zog es mich
in den Norden Europas. In der Schweiz sammelte ich in den feinen Hotels
Erfahrungen, doch schon bald bemerkte ich, dass das Leben nicht nur aus
Geld bestehen könne, nein aus Zufriedenheit. Die Gastronomie öffnete
mir die Tore zur Welt. Ich konnte mir nun mein Leben und meine Zeit flexibel
einteilen. In der Bergwelt der Walliseralpen erkannte ich bald meine Liebe
zum Alpinismus und dem Paddeln. Persönlich war es mir wirklich von
egal ob ich den Gipfel erreichte oder nicht, es ist viel mehr die Berührung
mit einer Gefühlswelt die es ausmacht.
Lange Reisen folgten, meine Kamera war jetzt ständiger
Begleiter. Die nächsten Jahre verbrachte ich in allen Herrgottsländern.
Australien und Neuseeland wurden fast zur zweiten Heimat, per Autostopp
und zu Fuß lernte ich diesen Teil der Erde kennen. Beinahe ein Jahr
war ich zu Gast, ich suchte unterirdisch nach Opale oder verkaufte Drinks
am Strand der Ostküste.
Doch in mir pochte das Abenteuer, sich individuell
und auch traditionell, wie einst unsere Vorfahren, fortzubewegen durch
intensiven Kontakt, auf Tuchfüllung mit Mensch und der Natur. Das
Unvorhergesehene gepaart mit der Lust auf Leben, sogar die Stille rauscht
im Kopf.
Endlich war es soweit, 22 jährig betrat ich erstmals kanadischen
Boden, ein Kindheitstraum wurde Wahrheit.
Es sollte nicht der letzte Besuch werden. Ich
verliebte mich in das Yukon. Die nächsten Jahre veränderten
mein Leben, der Mittelpunkt war die Wildnis, angesichts der Naturgewalten
sind wir winzig und verletzlich. Ich lernte Entscheidungen und Verantwortung
zu übernehmen.
Tausende Flußkilometer liegen hinter mir.
Mit Romano Schenk und Cyriak Steiner entstand 1994 auf Indianerland unser
selbstgebautes Eigenheim, Marke Blockhütte. Ein ganzes Jahr waren
wir nun in unserem Paradies. Mit 15 Schlittenhunden durchquerten wir im
Winter das Yukon Territorium. Daraus entstand mein erster Dia-Vortrag,
" Im Banne des Nordens"
Meine Bedeutung zum traditionellen Fortbewegungsmittel vertiefte sich.
Auch den Wechsel der Jahreszeiten sah ich plötzlich mit anderen Augen.
Langsam bemerkte ich eine andere große Leidenschaft in mir aufkeimen:
das weibliche Geschlecht. Mit Marie im Gepäck folgte ich den Rufen
des Abenteuers.
Die nächste größere Herausforderung - Patagonien. Mit
meiner Wegbegleiterin sollte ein nächster Traum Wahrheit werden,
ziellos und mit offenen Herzen durch die spröde, weite Schönheit
Patagoniens zu reiten.
Wir legten über 1600 Kilometer auf den Rücken
der Pferde zurück, dem Hintern zu Liebe ging ich einige von hundert
Kilometern zu Fuß. Wir überquerten die Andenkette mit unseren
vierbeinigen Gefährten. Am Erfolg zweifelte ich täglich. Nach
vier Monaten, das Aufleuchten eisgepanzerter Granitzinnen im ersten Sonnenlicht
- unser Ziel El Chalten war erreicht. Leider fanden Marie und ich keinen
gemeinsamen Weg mehr. Die ganze Reise war ein Höhepunkt, vor allem
die Gastfreundschaft der Gauchos auf Ihren riesigen Estancias. Einsam
und verlassen, doch Ihr Herz ist riesig. Danke Patagonien!
Mein nächster Vortrag entstand, "Argentinien-Patagonia,
"Der Ritt ins Ungewisse"
Zunehmend konnte ich einem breiteren Publikum meine Dias und Geschichten
schmackhaft machen.
Kürzere Unternehmungen in Ladakh folgten,
angetan von den Nomaden und dem Himalaya plane ich zurückzukehren,
um mit den Pferden auf alte, natürliche Art diesen mystischen Fleck
Erde besser zu verstehen. Intensiv verbrachte
ich die letzten Jahre in den arktischen Regionen.
Der Osten Grönlands, die Küste Spitzbergens und Baffin - Island
hatten mich in Ihren Bann gezogen.
Meine, unsere Begleiter waren wiederum traditionell , Seekajak und Grönlandhunde.
Im Winter 2005/2006 reiste ich wieder nach Südamerika, Peru und Bolivien,
in das Gebiet des ehemaligen Inkareiches.
Viele Probleme mit deren Peru zu kämpfen hat, sind ein Erbe der Kolonialzeit.
Weiße Eindringlinge zerstörten das Peru der Indianer.
Wir waren aufgebrochen um die Quellflüsse des Amazonas zu erreichen, es folgte eine wochenlange Wanderschaft mit zwei gekauften Esel (Packtiere) über die Andenkette Perus.
Ankekommen um auf verschiedenen Flüssen durch den Regenwald nach Iquitos zu paddeln.
Mit den zwei friedartigen Reisepartner marschierten wir über die Cordillera de Blanca, der größten
zusammenhängenden Gletscherzone in den Tropen.
Trotz Armut spürten wir eine Zufriedenheit und Wärme derer dort lebenden Menschen.
Dort wo die Straßen enden beginnt die Herrschaft von Flüssen und Dschungel, der fast unbezwingbarem Umklammerung des Pflanzenwuchs.
Bei diesen Quellen des Amazonas starteten wir eine Flussreise ins Ungewisse, mit einer renovierten
Lanchia ( Langes Kanu (Einbaum) mit Palmen - Dach und Schlafmöglichkeit).
Es wurden Momente der Gegensätze, eine Liaison der Wunder dieser tropischen Naturwildnis.
Unvergessliche Begegnungen und Augenblicke mit den einheimischen Flussbewohnern.
Andere Begleiter waren auch wirre Gedanken an Krankheiten und dem unbekannten Reichtum von Flora und Fauna.
Hinzu kam die Unsicherheit des Weges, der Fluss war das Leben, der Fluss die Lebensader.
Die Reise endete in Bolivien, einem Land das zu den Ärmsten dieser Erde gehört, doch der Reichtum
an Schönheit zeigt sich hier in seiner ganzen Vielfalt.
Schneebedeckte Andengipfel, Hochebenen, Salzwüsten, Lagunen, Geysire, Kakteeninsel, eine Welt von eigener Fantasie.
Potosi, das größte Silberbergwerk der Erde, wo Kinder und Männer untertags in den Stollen
schuften, allerspätestens dort erfahre ich erneut das alles auf dieser Welt ungerecht verteilt ist.
Der neue Vortrag : „ANDEN-AMAZONAS“
.....das Rad der Zeit für einige Wochen zurückzudrehen,
romantisch die Tradition sich individuell fortzubewegen, lässt mein
Herz weiterschlagen. Ein Puls von ungetrübter Freiheit nach purer
Wildnis....
Viele Träume kreiseln noch in meinem Kopf, Winter in Sibirien
mit Rentiere, mit Kamel durch die Mongolei....,doch eines ist in mir, Menschen und Gegenden zu verstehen, dort wo es noch etwas besonderes bedeutet das miteinander, bei genauerer Betrachtung blüht es überall, nur haben wir es schon verlernt.
Es ist eine immer zunehmendere Sucht nach unberührter Wildnis und der Begegnung anderer Kulturen.
Kurt Leopoldseder
Sommer 2007
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